Gartentipps Monat April

Engerlinge und Drahtwürmer schaden nicht nur im Gemüse -, sondern auch im Obst - und Ziergarten. Wer im Vorjahr unter diesen Schädlingen zu leiden hatte, sollte schon Anfang April an Gegenmaß - nahmen ergreifen. Das ist vor allem dann nötig, wenn im Herbst Stallmist mit Einstreu von Säge - oder Hobelspäne eingegraben wurde. Bei starkem Auftreten ist es angebracht, ein Bodenstreumittel anzuwenden.

Die vielseitige Wolfsmilch (Euphorbia lathyris) ist ein erprobtes Mittel gegen Wühlmäuse. Diese Wolfsmilch braucht man in der Regel nur einmal (April) auszusäen, weil sie sich dann immer wieder selbst aussät. Sie überdauert auch den Winter, doch sollen junge Pflanzen am wirksamsten sein. Bei der Aussaat verteilt man den Samen horstweise im ganzen Garten. Oft wird auch die Ansicht vertreten, das die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) genauso wirkt wie die Wolfsmilch.

Blumenkohl ist ein sehr anspruchsvolles Gemüse, das nur auf bestem Boden mit gutem Erfolg angebaut werden kann. Am günstigsten ist tiefgründiger sandiger Lehm oder lehmiger Sand mit hohem Humusgehalt, dem es nicht an Nährstoffen fehlt. Das für Blumenkohl vorgesehenes Land muß im Herbst reichlich Stallmist erhalten haben.

Nur in völlig freier und sonniger Lage erzielt man vom Blumenkohl eine gute Ernte. Er darf auch nicht zeitweise durch seine Umgebung beschattet werden. Er bringt dann wohl große Blätter hervor, aber nur kleine Blumen.

Blumenkohl kann schon in den ersten Junihälfte geerntet werden, wenn man Anfang April kräftige Pflanzen mit Topfballen zur Verfügung hat. Zum Frühanbau von Blumenkohl muß man sich Sorten beschaffen, die eine kurze Entwicklungszeit haben. Da für solche Pflanzen die Aussaat bereits im Februar im Gewächshaus erfolgen muß, ist die Anzucht nicht ohne Risiko. Darum kauft man sich besser die benötigten Pflanzen in einer Gärtnerei.

Zum Schutz gegen Spätfröste besorgt man sich für den im April ausgepflanzten Blumenkohl Pflanzschutzhauben. Wenn die Pflanzen gut abgehärtet sind, vertragen sie geringe Fröste. Ungünstiges Wetter verzögert aber das Anwachsen des frisch gepflanzten Blumenkohls und ruft Wachstumsstockungen hervor. Mit den Schutzhauben kann man sie aber wesentlich verringern, so das sich ihre Anwendung immer lohnt.

Eine wesentlich frühere Ernte erzielt man beim Früh - Blumenkohl, wenn er durch mit Plastefolien überspannte Rahmen geschützt wird. Für den Schutz werden die Vorbereitungen schon vor dem Pflanzen getroffen, indem man an den Beeträndern Pfähle einschlägt, die etwa 25 bis 30 cm über der Erde stehen. Nach dem Pflanzen werden sie mit Latten verbunden, die Folienrahmen aufgelegt und die Seiten mit Folie oder ähnlichen Material verhängt.

Auch im April muß der Blumenkohl 50 cm x 50 cm weit gepflanzt werden. Man braucht also je m² Anbaufläche nur 4 Pflanzen. Je Normalbeet pflanzt man 3 Reihen, so das die Randreihen nur 10 cm vom Beetrand abstehen. Nach dem Pflanzen werden die Beetwege mit der Grabegabel so gelockert, das sie nicht tiefer als das Beet liegen.

Früher Blumenkohl darf nicht tiefer gepflanzt werden, als er vorher stand. Die Wurzeln brauchen zum schnellen Entwickeln warmen Boden. Wenn man zu tief pflanzt, stehen sie im April zu kalt. Die Topfballenoberkante muß also mit der Erdoberfläche abschneiden.

Bodendeckung erspart beim Blumenkohl viel Hackarbeit und außerdem trägt sie wesentlich zur schnellen Entwicklung bei. Als Mittel zum Bodenbedecken eignet sich in erster Linie verrotteter Pferdedünger. Zur Not ist auch feuchter Torf brauchbar. Das Deckmaterial wird etwa 5 cm stark aufgebracht, sobald der Blumenkohl nach dem Pflanzen einzeln angegossen ist. Die Bodendeckung verhindert das Austrocknen der Erde und hält auch in kalten Nächten die Bodenwärme fest. Außerdem bleibt unter ihr der Boden locker und luftdurchlässig.

Blumenkohl darf nicht auf Land gepflanzt werden, auf dem in den Vorjahren Kohlhernie festgestellt wurde. Bei der Kohlhernie handelt es sich um einen Schleimpilz, der knollige Wucherungen an den Wurzeln verursacht. Befallene pflanzen können daher keine Nahrung mehr aufnehmen.

Der Kampf gegen die Kohlflieg, die den Blumenkohl ganz besonders gern befällt, muß schon beim Pflanzen beginnen. Die Kohlfliegen legen ab Mitte April ihre Eier an den Wurzelhals der Blumenkohlpflanzen. Die daraus hervorgehenden Larven benagen den Wurzelhals, bohren sich in ihn ein und lassen dadurch die Pflanzen nicht zur Entwicklung kommen. Um die Abwehr erfolgreich zu machen, gießt man den Blumenkohl gleich nach dem Pflanzen mit einem Kohlfliegemittel an. Im übrigen sind die Vorschriften des Herstellers zu beachten.

Ab Mitte April legt man die vorgekeimten Frühkartoffeln auf warmen humus - und nährstoffreichen Boden. Wenn der Boden sich noch nicht etwas erwärmt hat, wartet man besser bis Ende April. Es kommt nur Land in Frage, das im Herbst stark mit Stallmist gedüngt wurde. Eine freie sonnige Lage ist für Frühkartoffeln unerläßlich. Sie entwickeln sich in humosen Sandböden am besten.

Gute Ernten von Frühkartoffeln sind nur zu erzielen, wenn die Reihen 60 cm auseinander liegen. Auf ein Normalbeet (1,20 m) darf man also nur zwei Reihen legen, wenn die Frühkartoffeln beetweise angebaut werden. Wer mehr als zwei Reihen anbaut, läßt die Beetwege fort und spart dadurch Platz. Bei kleinerem Reihenabstand erzielt man viel und sehr hohes Kraut, aber wenig Kartoffeln.

Da die Frühkartoffeln auf den Reihen mit 30 cm Abstand gelegt werden müssen, braucht man für eine 6 m lange Reihe nur 20 vorgekeimte Kartoffeln. Zum Legen zieht man auf den markierten Reihen mit der Hacke eine etwa 10 cm tiefe Rille oder hackt je Pflanzstelle ein ebenso tiefes Loch. Tiefer als 10 cm darf nicht gelegt werden, weil die tieferen Bodenschichten im April noch zu kalt sind, wodurch sich das An - und Weiterwachsen verzögert.

Kartoffeln eignen sich sehr gut, um stark verquecktes Land so gut wie queckenfrei zu machen. Dazu nimmt man aber nicht die vorgekeimten Frühkartoffeln, weil ihre Entwicklungszeit zu kurz ist. Eine recht lange im Kraut grün bleibende Spätsorte eignet sich am besten und sie müssen enger gelegt werden, als bei den Frühkartoffeln angegeben ist, damit die Erde schnell bedeckt wird. Das Legen der Kartoffeln wird so früh wie möglich vorgenommen.

Für den Frühanbau von Kohlrabi braucht man warmen, nährstoffreichen Boden in freier Lage. Er muß auch sehr humusreich sein und im Herbst beim Umgraben frischen Stallmist erhalten haben. Eine etwas windgeschützte Lage ist für den Frühanbau am geeignetsten.

Beim Frühanbau von Kohlrabi muß man genügend weite Pflanzabstände ganz besonders achten. Zu eng gepflanzter Kohlrabi braucht zur Entwicklung bedeutend mehr Zeit als genügend weit gepflanzter. Darum sollte man auf keinen Fall unter 25 x 25 cm heruntergehen. Wer mit den Platz nicht gar zu sehr sparen muß, sollte den Reihenabstand auf 30 cm erhöhen. Das Land wird dann um so früher für die Nachkultur frei.

Zum Pflanzen im April eignen sich nur Kohlrabisorten, die auch bei schlechten Wetterverhältnissen keine Schosser hervorbringen. Naßkaltes Wetter nach dem Pflanzen fördert bei ungeeigneten Sorten die Schosserbildung. Zu tief gepflanzter Kohlrabi neigt zu Schossern und braucht zur Knollenbildung mehr Zeit als hoch gepflanzter. Beim Pflanzen ist darauf zu achten, das der Kohlrabi nicht tiefer zu stehen kommt, als er vorher gestanden hat. Die Knollen müssen sich frei über der Erde entwickeln können.

Frühkohlrabi entwickelt sich wesentlich schneller, wenn er anschließend an das Pflanzen mit Pflanzenschutzhauben versehen wird. Die Hauben haben an der Auflage einen Rand, den man mit Erde bedecken muß, damit ihnen der Wind nichts anhaben kann. Sie lassen sich schon ab Anfang Mai für andere Pflanzen verwenden.

Mit einem Wanderkasten bedeckter Frühkohlrabi ist noch schneller fertig als der unter Pflanzschutzhauben. Es genügt, wenn der Wanderkasten die ersten drei Wochen nach dem Pflanzen über den Kohlrabi steht.

Kohlrabi leidet in manchen Jahren stark unter den Larven der Kohlfliege und des Kohlgallenrüßlers. Die Larve des Kohlgallenrüßlers verursachen knollige Auswüchse an den Kohlrabiwurzeln. (Nicht mit der Kohlhernie verwechseln)

Wer für den Herbstbedarf Spätsorten von Kohlrabi anbaut, muß Ende April mit der Jungpflanzenanzucht beginnen.

Feste Köpfe beim Salat erzielt man nur in freier Lage auf warmen humusreichen Boden. Kopfsalat verlangt mittelschweren Boden, der im Herbst reichlich mit Stallmist versehen wurde.

Nur stark pikierte oder mit kleinen Topfballen versehene Pflanzen der richtigen Sorte lohnen den Salatanbau ab Anfang April. Wer sie nicht zur Verfügung hat oder nicht beschaffen kann, sollte Kopfsalat erst in der zweiten Aprilhälfte pflanzen. Als beste Sorte für den Frühanbau gilt auch heute noch der "Maikönig". Diese Sorte braucht vom Auspflanzen bis zum Ernten nur 7 Wochen. Mit Topfballen gepflanzt ist sie in 6 Wochen fertig.

Bei Kopfsalat ist auf die richtige Pflanztiefe besonderer Wert zu lege. Die Kopfbildung unterbleibt, wenn Kopfsalat zu tief gepflanzt wird. Die meist an den Pflanzen noch sichtbaren Keimblätter müssen beim Pflanzen dicht über der Erde stehen. Wenn sich dadurch die Salatpflanzen auch etwas umlegen, so ist das immer noch besser, als wenn man sie zu tief pflanzt.

Als Pflanzabstände genügen beim Frühanbau des Kopfsalates 20 cm x 20 cm. Auf ein Normalbeet (1,20 m) pflanzt man 6 Reihen im Verband. Auf dieser Weise können sich die Köpfe besser entwickeln als bei Quadratpflanzung.

Den früh gepflanzten Salat muß man sorgfältig gegen Sperlingsfraß schützen. Besser ist das Überspannen mit alten Netzen oder ähnlichen Stoffen. Am sichersten helfen Pflanzschutzhauben, die außerdem die Entwicklungszeit des Salates verkürzen.

Wintersalat, der den Winter überstanden hat, muß Anfang April noch einmal gehackt und gedüngt werden.

Zur Anzucht von Kopfsalatpflanzen für die Sommerernte darf man nur ausgesprochene Sommersorten nehmen.

Mit Salat und Kohlrabi kann man sehr gut den freien Platz zwischen im Frühjahr gepflanzte Erdbeeren ausnutzen. Dabei ist es gleichgültig, ob die Erdbeeren in Einzelreihen oder Bändern gepflanzt wurden. Von den Erdbeerreihen muß man aber 20 bis 25 cm wegbleiben, damit das Wachstum der Erdbeeren nicht behindert wird.

Bei trockenem warmen Wetter muß man Radieschen und auch Frührettiche tüchtig gießen, damit die Knollen zart bleiben. Sie müssen ständig im Wachsen gehalten werden, damit sie nicht pelzig werden und scharf schmecken.

Folgeaussaaten von Radieschen kann man im ganzen April vornehmen.

Bei der Aussaat der Sommerrettiche, die man Mitte April beginnt, ist auf genügend große Reihenabstände zu achten. Sie sollten nie unter 30 cm betragen. Auf der Reihe legt man je nach Knollengröße alle 10 bis 15 cm 2 bis 3 Korn. Nach dem Aufgehen wird so verzogen, das je Saatstelle nur eine Pflanze stehen bleibt. Für Rettiche keinen Stallmist.

Halblange Möhren kann man für den Sommerbedarf ab Mitte April aussäen. Auch bei Aprilaussaaten sollte man auf Markiersaat nicht verzichten.

Um vom Mangold im ersten Jahr gute Ernten zu erzielen, muß man bis etwa Mitte April ausgesät haben. In schweren Böden und höheren Lagen kann man das Aussäen bis Ende April verzögern, vorallem bei naßkaltem Wetter. Im übrigen ist in Bezug auf den Anbau und die Aussaat des Mangolds alles zu beachten, was man im März nachlesen kann.

Mangold entwickelt sich nur dann normal, wenn er nach dem Aufgehen rechtzeitig verzogen wird. Der Zeitpunkt ist gekommen, sobald man schwache und starke Pflanzen unterscheiden kann. Beim Verziehen läßt man je Horst nur die stärkste Pflanze stehen.

In den ersten Apriltagen muß man den überwinterten Mangold abhäufeln und düngen. Beim Abhäufeln ist darauf zu achten, das die Basis der Pflanzen (Herz) nicht beschädigt wird. Anschließend entfernt man alle schlechten Pflanzenreste. Der Dünger wird am besten trocken zwischen die Pflanzen gestreut und eingehackt. Trockenes Wetter macht Gießen notwendig, damit die Nährstoffe schnell in den Wurzelbereich gelangen. Schnell wirkender Stickstoffdünger ist besonders geeignet.

Rote Rüben stellen an den Boden keine großen Ansprüche. Die Hauptsache ist, das der im Herbst tief bearbeitet wurde und in 2. Tracht steht. Rote Rüben, auch Rote Beete genannt, vertragen keinen Stalldünger im Boden.

Obwohl man Rote Rüben auch pflanzen kann, sollte man die Aussaat an Ort und Stelle vorziehen. Für den Sommerbedarf sät man die Roten Rüben erst ab Mitte April aus. Wer das Pflanzen vorzieht, muß Anfang April in ein kaltes Frühbeet aussäen. Dadurch wird aber kein Vorteil erzielt, sondern das Risiko des Anwachsens dazugenommen.

Bei der Aussaat der Roten Rüben an Ort und Stelle muß ein Reihenabstand 30 cm betragen. Auf der Reihe wird der Samen horstweise ausgelegt. Auf einem Normalbeet (1,20 m) zieht man mit der Hacke 4 Reihen. Die Aussaatrillen sind so flach zu ziehen, das der Samen nach dem Zuziehen höchstens mit 1 cm Erde bedeckt sind. Auf der Reihe legt man in Abständen von 18 bis 20 cm Samenknäul (Auf je 1 g gehen etwa 60 bis 70 Korn). Später wird verzogen, so das je Horst immer nur eine Pflanze stehen bleibt.

Von Schnitt - und Pflücksalat, der auf jedem Boden wächst, kann man laufende Folgeaussaaten machen. Der Schnitt - sowie der Pflücksalat ergeben zwar keine Salatköpfe, aber immerhin sehr schnell Salatblätter. Außerdem kann man sie sehr gut als Hühnerfutter verwenden. Ein besonderes Beet wird für beide Arten kaum benötigt, weil sie auch zwischen lichten Sträuchern noch zufriedenstellend gedeihen. Näheres über die Aussaat ist im März nachzulesen.

Rotkohl ist bezüglich der Bodenverhältnisse genauso anspruchsvoll wie der Blumenkohl. Er kann ab Mitte April gepflanzt werden. Der Anbau von Rotkohl ist nur dort zu raten, wo in Bezug auf den Boden das erfüllt wird, was beim Blumenkohl auch gefordert wird.

Auch der Frührotkohl muß einen Pflanzabstand von 50 cm x 50 cm erhalten, wenn er schnell feste Köpfe entwickeln soll. Beim beetweisen Pflanzen des Frührotkohls geht man wie beim Blumenkohl vor, also je Normalbeet 3 Reihen und auf keinen Fall tiefer als er gestanden hat. Pflanzenschutzhauben sind unbedingt zu empfehlen. Bodenbedeckung wie beim Blumenkohl trägt wesentlich zum Verfrühen der Rotkohlernte bei.

Zum Frühanbau von Rotkohl braucht man Sorten mit kurzer Entwicklungszeit und Pflanzen mit Topfballen.

Frühweißkohl kann man schon Anfang April auspflanzen, wenn man warmen und nicht zu schweren Boden sowie entsprechende Pflanzen hat. Der Frühweißkohl ist nicht so anspruchsvoll wie Rot - und Blumenkohl, doch muß der Boden humus - und nährstoffreich sein sowie in 1.Tracht stehen. Abgehärtete kräftige, pikierte oder Pflanzen mit Topfballen sind die Voraussetzung für einen guten Erfolg.

Damit sich am Rosenkohl bis zum Spätherbst brauchbare Röschen entwickeln können, sät man ihn zur Pflanzengewinnung im Laufe des Aprils. Ausgesät wird auf einem Saatbeet im Freiland. Je m² Aussaatfläche darf man nicht mehr als 3 g aussäen, wenn kräftige Pflanzen erzielt werden sollen. Das Saatbeet ist gegen Finken durch Netze oder dichtes Reisig zu schützen.

Da Spätkohlsorten vom Pflanzen bis zum Ernten etwa 5 Monate brauchen, darf man den Aussaattermin zur Pflanzenanzucht nicht verpassen. Er liegt um den 20. April herum. Die Sämlinge haben dann bis zum Pflanzen Zeit, sich zu kräftigen Exemplaren zu entwickeln. Nur mit solchen ist der Anbau von Spätsorten empfehlenswert. Außer der Zeit muß den Jungpflanzen aber auch genügend Platz zur Verfügung stehen.

Alle Anfang April und früher gepflanzten Kohlarten, einschließlich Kohlrabi, erhalten schon im letzten Aprildrittel die erste Nährstoffgabe. Da die Reihen noch nicht zugewachsen sind, geht das Ausstreuen der trockenen Mineraldünger am schnellsten. Sie müssen aber so verteilt werden, das keine Pflanzenteile getroffen werden. Der Dünger wird leicht eingehackt und anschließend ist durchdringend zu gießen, damit die Nährstoffe in den Wurzelbereich gelangen.

Von Grünkohlstrünken, die beim Ernten der Blattköpfe nicht stark zurückgeschnitten wurden, können schon in den letzten Apriltagen die jungen Austriebe geerntet werden. Wenn auch mengenmäßig nicht viel erzielt wird, hat man doch um diese Zeit seltenes junges Blattgemüse. Die Austriebe bricht man an der Basis von den Strünken ab.

Zur Pflanzenanzucht von Sommerendivien beginnt man Mitte April mit der Aussaat. Gesät wird auf einem geschützt liegenden Freiland - saatbeet. Da die Sämlinge bis zum Pflanzen im Saatbeet bleiben, muß sehr weitläufig und vor allem gleichmäßig ausgesät werden.

Im April ins Freiland ausgesäter Porree ergibt bis zum Spätherbst noch gut verwertbare Stangen. Porreesamen ist nur im ersten Jahr nach der Ernte voll keimfähig. Um in der ersten Junihälfte pflanzen zu können, braucht man nicht vor Mitte April auszusäen.

Dem im Herbst ausgesäten Spinat und Feldsalat sollte man in den ersten Apriltagen noch eine Nährstofflösung aus einem schnellwirkenden Stickstoffdünger geben.

Überwinterter Spinat und Feldsalat (Rapünzchen) sind zu ernten, bevor sich die Blütentriebe zeigen. In manchen Jahren ist das bei sonnigem Wetter schon Ende April der Fall. Wer beide Gemüsearten Anfang April nochmals düngt (wie oben bei Spinat und Feldsalat) und anschließend öfter gießt, kann das Erscheinen der Blütentriebe verzögern.

Der in den ersten Märztagen ausgesäte Spinat ist bei gutem Frühjahrsverlauf Ende April erntefertig. Man sollte mit dem Ernten auf keinen Fall warten, bis der Spinat zum Blühen ansetzt, dann schmeckt er bitter. Eine geringe Ernte ist besser als eine ungenießbare.

Im Vormonat ausgesäte Palerbsen sind Ende April so weit, das anzuhäufeln und zu stützen ist. Gestützt werden nur die höheren Sorten, denn bei den niedrigen genügt das Anhäufeln. Das Stützmaterial (Reiser) muß so fest stehen, das der Wind die Erbsen nicht umwehen kann. Wo in Bandsaat gelegt wurde (siehe März unter hohe Erbsensorten), steckt man die Reiser zwischen zwei nebeneinanderliegende Reihen. Dahin gehört auch der eventuelle zu verwendende Maschendraht, der 1 m hoch sein muß. Er wird an beiden Enden fest verankert und erhält in einem Abstand von 1,50 m Zwischenstützen. Beim Anhäufeln drückt man die Erbsen an das Stützmaterial.

Mit den Anhäufeln und Reisern kann man bei den Palerbsen das Düngen verbinden. Der Dünger wird vor diesen Maßnahmen zwischen den Reihen gestreut und zwar so, das die Pflanzen selbst nicht getroffen werden.

Im allgemeinen dürfen für Folgesaaten von Erbsen auch im April noch keine Markenerbsen verwendet werden. Die Markenerbsen würden durch die im Mai auftretenden Spätfröste zugrunde gehen.

Im günstigen, nur selten von Spätfrösten heimgesuchten Lagen kann man in den letzten Apriltagen die ersten Markenerbsen aussäen.

Sobald die Möhrenreihen auf dem in März besäten Beeten gut erkennbar sind, ist die Markiersaat zu entfernen, damit die Möhren nicht in ihrer Entwicklung gehemmt werden.

Gurken verlangen einen warmen durchlässigen Boden mit viel Humus. Am besten bereitet man die Beete schon Ende April vor. Zum Vorbereiten gehört vor allem frischer Pferdemist. Die Beetmitte, die die Gurkenreihen aufnehmen soll, gräbt man in einer Breite von etwa 50 cm einen halben Spatenstich tief aus. Der Graben wird mit dem Mist gefüllt und die Erde als Damm aufgeschippt. Bis zum besäen (ertse Maihälfte) oder Bepflanzen (letztes Maidrittel) hat sich so die Erde gut erwärmt.

Die Ränder der Gurkenbeete werden beim Vorbereiten mit Kopfsalat und Kohlrabi bepflanzt. Die Pflanzung dient zum besseren Ausnutzen und auch als Schutz der Gurken in der ersten Entwicklungszeit. Mit 10 cm Abstand von beiden Beetkanten pflanzt man je eine Kohlrabireihe. Die Salatreihen müssen 25 cm vom Kohlrabi entfernt stehen. Sie verlaufen also ungefähr längs der beiden Dammseiten. Als Pflanzen - abstand auf den Reihen genügen bei beiden Gemüsearten 20 bis 22cm. Beide dürfen nicht tiefer gepflanzt werden, als sie vorher gestanden haben.

Wer über frisches Laub verfügt, kann sich Mitte April ein Frühbeet zur Gurkenkultur vorbereiten. Das Frühbeet muß so tief sein, das nach dem Einbringen der etwa 20 cm hohen Laubpackung bis zum Frühbeetfenster mindestens noch 20 cm Abstand bleiben. Vor dem Packen mit Laub gräbt man etwa 15 cm tief die Erde aus dem Frühbeet und bringt sie nach dem Packen wieder auf das Laub. Anschließend erhält das Frühbeet die Fenster, die nachts und an trüben Tagen mit Deckmaterial (Stohmatten) versehen werden. An sonnigen Tagen wird es entfernt, damit die Sonne beim Erwärmen der Erde hilft.

Im Frühbeet pflanzt oder sät man die Gurken auf flache Hügel, von denen unter jedem Frühbeetfenster nur eine errichtet wird. Die Hügel erhalten eine schwache Pferdemistunterlage, so ähnlich wie die Gurkenbeete im Freiland. Man errichtet sie an der Grenze des oberen und mittleren Drittels der Frühbeetbreite. Die Hügel dürfen nur so hoch sein, das bis zu den Glasscheiben noch mindestens 15 cm Platz ist.

Ende April kann man das mit Laub gepackte Frühbeet besäen oder bepflanzen, sofern genügend Deckmaterial (Strohmatten) zur Verfügung steht. Auf jeden Hügel legt man 6 bis 8 vollkörnige Gurkensamen und bedeckt sie höchstens mit 1 cm Erde. Hat man Gurkenpflanzen, dann werden je Hügel drei ausgepflanzt. Zu beachten ist, das sie bis an die Keimblätter in die Erde kommen. Die bepflanzten Frühbeete werden in jeder Nacht mit Deckmaterial (Strohmatten) versehen, auch wenn keine Frostgefahr besteht. Dadurch verhindert man starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die zu Wachstumsstockungen führen würden.

Vom Bleichspargel müssen die Stangen geerntet werden, sobald ihr Durchbruch an der Dammoberfläche erkennbar ist. Die in März errichteten Dämme sind darum am frühen Morgen und am späten Nachmittag durchzusehen. Am wertvollsten sind die Stangen mit weißen Köpfen. Sobald sie Licht erhalten, verfärben sie sich. Darum darf man nicht warten, bis die Dammoberfläche völlig durchbrochen ist.

Damit man den Nachwuchs der Spargelstangen nicht beschädigt, muß man beim Ernten jede Stange völlig freigelegt werden. Beim Freilegen geht man mit den Fingern dem Verlauf der Spargelstangen bis zu ihrer Basis nach. Dicht darüber sind sie mit einem scharfen Messer (Spargelmesser) abzuschneiden.

Die Spargeldämme sind nach jedem Stechen sofort wieder in Ordnung zu bringen. Die beim Freimachen der Stangen nach unten gelangte Erde wird am besten mit einen handlichen Brettstück wieder an die bisherige Stelle gebracht und angeklopft. Bei dieser Gelegenheit entfernt man auch gleich Unkraut, damit die Dämme gut zu beobachten sind.

Schon bei Beginn des Spargelaustriebes sind Maßnahmen gegen die Spargelfliege zu ergreifen. Am meisten sind die noch nicht erntefertigen Anlagen und die dreijährigen, die nur bis zum 1. Juni gestochen werden, gefährdet. Die Spargelfliege legt ihre Eier an die die Erde durchbrechenden Triebköpfe ab. Die auskriechenden Larven zerstören durch ihren Fraß die Triebe, so das sie sich nicht weiter entwickeln können. Am besten hilft das Einstäuben der Spargelreihen - köpfe vom 10. April bis Mitte Juni mit dafür vorgesehene Mittel.

Schon in den letzten Apriltagen können die noch nicht erntefertigen Spargelanlagen die zweite Düngergabe erhalten. Sie wird wie die erste (siehe März unter zweijährige Spargelanlagen) verteilt. Auch die Menge braucht nicht höher zu sein.

Das zweite Düngen beim zweijährigen Spargel kann man meist mit dem Auffüllen der Gräben verbinden. Das Auffüllen ist möglich, sobald die Spargeltriebe die Nähe der normalen Bodenoberfläche erreicht haben. Der Dünger wird ausgestreut und die Erde so weit nachgefüllt, das die Triebspitzen gerade noch zu sehen sind.

Für Neuanlagen von Spargel (Bleichspargel und Grünspargel) ist Mitte April der letzte Pflanztermin. Spargelpflanzen treiben sehr früh aus, so das man nach diesem Zeitpunkt das gute Anwachsen gefährdet. Was beim Pflanzen alles zu beachten ist, kann man unter Bleichspargel und Grünspargel im März nachlesen.

Sobald die Zwiebeln -, Möhren - und Pastinakenreihen auf den im März besäten Beeten gut erkennbar sind, ist die Markiersaat zu entfernen. Sie hat nun ihren Zweck erfüllt und würde die Gemüsearten nur in der Entwicklung hemmen.

Wenn Möhren und Pastinaken zu dicht aufgegangen sind, sollte man das Verziehen nicht verzögern. Es ist vorzunehmen, sobald man die jungen Pflänzchen gut fassen kann, meist schon in den letzten Apriltagen. Möhren verzieht man so, das höchstens alle 2 cm bis 3 cm eine Pflanze stehenbleibt. Bei Pastinaken muß der Pflanzabstand 8 bis 10 cm betragen, wenn man starke Wurzeln erzielen will. Nach dem Verziehen muß durchdringend gegossen werden.

Im Anschluß an das Verziehen der Möhren und Pastinaken gibt man auch gleich die ersten Nährstoffgaben. In diesem Falle gießt man nicht nach dem Verziehen, sondern erst nach dem Ausstreuen des Düngers. Düngerart und - menge entsprechen denen beim Kohl. Der Dünger braucht aber zwischen die Reihen, sondern kann über die ganze Beetfläche ausgestreut werden.

Die im März ausgesäten Zwiebeln verzieht man bei zu dichten Aufgehen nur, wenn große Zwiebeln erzielt werden sollen und verbindet damit die erste Nährstoffzugabe. Verzogen wird auf etwa 2 cm. Das Düngen wird wie bei den Möhren und Pastinaken sowie mit denselben Düngern vorgenommen. Die nicht verzogenen Zwiebeln werden ebenfalls in den letzten Apriltagen gedüngt.

Im März ausgesäte Puffbohnen und Palerbsen erhalten die erste Nährstoffgabe, sobald sie 5 bis 8 cm hoch sind und die zweite etwa 2 Wochen später. Am besten macht man sich Nährlösungen zurecht, die man vorsichtig zwischen die Pflanzreihen gießt. Als erste Gabe kommt nur ein Stickstoffdünger in Frage. Zum zweiten nimmt man einen Volldünger.

Wer an einem hellen Küchenfenster genügend Platz hat, kann in den letzten Apriltagen Gurken in kleine Töpfen aussäen. In 6 cm bis 7 cm - Töpfe legt man 2 vollkörnige Gurkensamen und bedeckt sie mit Erde. Als Topferde ist sandige Komposterde am geeignetsten. Bei 10 bis 12 Grad werden die Gurken bis zum letzten Maidrittel pflanzfertig.

Bei den Frühbeetaussaaten darf man im April das Lüften und Gießen nicht vergessen. Sobald die Sonne scheint oder die Außentemperaturen 10 Grad übersteigen, ist jedes Fenster der Frühbeete zu lüften. Gelüftet wird so, das der Wind über die Fenster streicht und die Pflanzen nicht trifft. Zum Gießen wählt man nur die sonnigen Tage an denen die Erdoberfläche schnell wieder abtrocknet. Andernfalls leiden die Jungpflanzen leicht unter Schwarzbeinigkeit.

Der Abend ist die beste Zeit zum Pflanzen von Gemüse aller Art. Dann wirkt sich der Einfluß der Sonne nicht mehr schädlich auf die Pflanzen aus. Nach dem Pflanzen ist so durchdringend anzugießen, das das Erdreich nicht nur feucht, sondern naß ist. Auf diese Weise erhalten die Wurzeln eine gute Vebindung mit dem Boden. In der Nacht haben dann die Pflanzen Gelegenheit, so viel Wasser aufzunehmen, das sie am nächsten Tage kaum welken. Wer so verfährt, wird auch keine Verluste zu beklagen haben. Schon im Laufe des Tages gekaufte Pflanzen sind an einem kühlen schattigen Ort zu lagern.

Alle im Keller überwinterten Gemüsearten sind möglichst bis Ende April zu verwerten. Sie dürfen nicht erst mit neuen Austrieb beginnen. Dazu verbrauchen sie Reservestoffe, die dem Gemüse verloren gehen. Das ist vor allem in einem warmen Frühjahr zu befürchten.

Bei sonnigen trockenem Wetter machen sich auf den Saatbeeten im Freiland schon im April die Erdflöhe bemerkbar. Das ist vor allem bei Kohl - und auch Radieschenaussaaten der Fall. Die Erdflöhe zerstören schon die kaum entwickelten Keimblätter dieser Gemüsearten. Dadurch ist es den Pflanzen unmöglich, sich weiterzuentwickeln. Fleißiges Gießen verringert zwar die Gefahr, jedoch ist das Einstäuben mit einem speziellen Erdflohmittel die beste Gelegenheit.

Welke Salatpflanzen sind sofort zu untersuchen, ob nicht etwa Drahtwürmer ihr Unwesen treiben. Salatpflanzen werden von den Drahtwürmern ( Larven der Schnellkäfer ) besonders bevorzugt.

Bei feuchtem warmen Wetter sind auch die Nacktschnecken zur Stelle und schaden jungen Gemüsepflanzen durch Fraß. Am besten hilft das Auslegen von käuflichen Schneckenködern.

Alle frisch gepflanzten Gemüse und Kohlaussaaten sind laufend durchzusehen, damit vor allem Vögel keinen Schaden anrichten.

Wer bei den Rhabarber Verfrühungsmaßnahmen ergriffen hat, kann schon in der zweiten Aprilhälfte Blattstiele ernten. Darum Vorsicht beim Ausbrechen. Beim Ernten beseitigt man auch den sich eventuell schon entwickelnden Blütentrieb. Wer alle gebleichten Blattstiele erntet, muß den Pflanzen anschließend eine Erholungspause zugestehen und den Umbau entfernen.

Der letzte Termin zum Winterschnitt der Weinreben liegt in den ersten Apriltagen. Späteren Schnitt verursacht unnötigen Saftverlust. In günstigen Lagen muß der Schnitt schon im März beendet sein.

Bei den auf Rasenflächen stehenden Obstgehölzen darf das Bearbeiten der Baumscheiben nicht vernachlässigt werden. Das Lockern der Baumscheibe trägt wesentlich zum Durchlüften des Bodens bei. Darum muß es des öfteren wiederholt werden. Wo es sich um kleine Formen der Obstbäume (Spindelbüsche) oder um Beerenobst handelt, kann man das Lockern der Baumscheiben mit dem Düngen verbinden. Der Dünger wird ausgestreut und die Baumscheibe anschließend gelockert. Auf diese Weise gelangt der Dünger in die obere Bodenschicht. Zum Lockern der Baumscheiben nimmt man die Grabegabel. Mit dem Spaten werden die Wurzeln beschädigt.

Das Schneiden der Pfirsischbüsche wird erleichtert, wenn im April Blüten - und Blattknospen gut zu unterscheiden sind. Bei älteren Pfirsischbüschen, die meist nur kurze Fruchttriebe aufweisen, beschränkt man sich auf das Entfernen des trockenen Holzes und der überflüßigen Triebe. Jüngere können einen regelmäßigen Schnitt unterworfen werden. Dabei läßt man den wahren Fruchttrieben über dem Blütenknospenansatz ein Blattauge. Die falschen werden bis auf das Basisauge zurückgeschnitten. Bei den Holztrieben wird genauso vorgegangen. Die Konkurrenztriebe an den Spitzen der Verlängerungs-triebe entfernt man ganz.

Bei den Pfirsichbüschen unterscheidet man zwischen Frucht - und Holztrieben. An den Holztrieben findet man nur Knospen, die Blätter bzw. Triebe hervorbringen. Von Fruchttrieben haben die Pfirsichbüsche wahre und falsche. Bei den wahren ist in der Regel eine Holzknospe von zwei Blütenknospen umgeben, während die falschen nur Blütenknospen aufweisen. Im allgemeinen beginnt und endet ein falscher Fruchttrieb mit je einer Holzknospe.

Im Laufe des Aprils ist allen Obstbäumen eine zusätzliche Düngung sehr dienlich, soweit sie nicht schon in den Vormonaten erfolgte. Bei älteren Obstbäumen befinden sich die meisten Faserwurzeln, die für die Nahrungsaufnahme in Frage kommen, in der Nähe der Kronentraufe. Es hat also keinen Zweck, die Nährstoffe in der Nähe der Stämme zu geben. Die Volldünger werden darum immer im Kronentraufenbereich und darüber hinaus ausgestreut. Der Dünger wird flach eingehackt und vom Regen in den Bereich der Wurzeln gespült.

Im Gemüsegarten stehende Obstbäume braucht man in der Regel nicht gesondert zu düngen. Das gilt natürlich nur, wenn der Gemüsegarten laufend in gutem Nährstoffzustand gehalten wird. Dort genügen die dem Gemüse reichlich gegebenen Dünger, um auch die Obstbäume zu versorgen. Durch den Regen und das Gießen gelangen die Nährstoffe ohne unser Zutun in den Bereich der Obstgehölzwurzeln.

Johannis - und Stachelbeersträucher kann man sich durch Anhäufeln oder sogenannte Absenker selbst heranziehen. Das Anhäufeln wendet man bei älteren Sträuchern an, deren Ertrag so gut ist, das sich das Vermehren lohnt. Ein Komposterde -Torf - Gemisch. In einem Verhältnis von 3 : 1 oder 4 : 1 eignet sich dazu am besten.

Das Vermehren von ausläuferlosen Himbeersorten ist durch Absenker, auch Ableger genannt, sehr erfolgreich. Zum Absenkern biegt man im April einige starke vorjährige Triebe in ihrer ganzen Länge zur Erde und befestigt sie in einer flachen Rinne mit Asthaken. Sobald der Neutrieb 12 cm bis 15 cm lang ist, bedeckt man die ganze Rute ungefähr 10 cm hoch mit dem bei den Johannesbeeren (oben) angegebenen Erdgemisch, das nie trocken werden darf. An der Basis aller Jungtriebe entwickeln sich bis zum Herbst Wurzeln.

Bei rankenden Brombeersorten bewurzeln sich die Spitzen der Ranken sehr leicht, wenn man sie im April mit der Erde in Verbindung bringt. Starke vorjährige Ruten werden zur Erde gebogen und etwa 20 cm unterhalb der Triebspitze festgeklammert. Die Triebspitze bindet man an einem Stab fest. Die geklammerte Stelle wird etwa 10 cm hoch mit dem Erdgemisch bedeckt, das man bei den ausläuferlosen Himbeersorten verwendet hat und immer feucht gehalten.

Bei neugepflanzten Obstbäumen, die an Pfähle gebunden sind, ist von Zeit zu Zeit zu überprüfen, ob das Baumband beim Setzen der Erde nachgegeben hat. Wenn man beim Pflanzen das Baumband in der richtigen Art angebracht hat, kann sich der Baum beim Setzen der Erde nicht aufhängen. Trotzdem sollte man alle neugepflanzten Bäume in der 2. Aprilhälfte nocheinmal durchgehen, ob alles in Ordnung ist. Hat sich die Erde in der Pflanzgrube zu stark gesetzt, dann kommt der Baum zu tief zu stehen und muß in die richtige Höhe gebracht werden. Zu locker gewordene Baumbänder muß man nachbinden, damit der Baum nicht wackelt.

Neu angelegte Erdbeerbeete kan man im ersten Jahr sehr gut mit einigen Gemüsearten ausnutzen. Dazu sind Radieschen, Spinat sowie Kopfsalat geeignet. Einjährige Gewürzkräuter kann man ebenfalls zwischen die Erdbeerreihen säen. Für im Herbst pikierte Erdbeerpflanzen ist Anfang April der letzte Pflanztermin. Wo die Erdbeeren Beetweise stehen, ist jeder Reihenzwischenraum nutzbar. Andernfalls läßt man einen um den anderen frei. Wie Buschbohnen als Zwischenfrucht verwendbar sind, kann man im Mai nachlesen.

Im Herbst pikierte Erdbeerpflanzen ist der Anfang des Aprils der letzte Pflanztermin.

Wenn man Monatserdbeeren Anfang April in ein kaltes Frühbeet aussät, können noch im gleichen Jahr Früchte geerntet werden. Man sät nicht direkt in den Frühbeetgrund, sondern in große Blumentöpfe oder Aussaatschalen. Der Samen darf nicht zu dicht liegen und wird nur ganz wenig mit sauerem Sand übersiebt. Sobald die Sämlinge das dritte kleine Blatt entwickeln, pikiert man 4 x 4 cm weit in den Frühbeetgrund.

Damit ältere Monatserdbeeren reichlich Früchte hervorbringen, müssen sie schon Anfang April mit Nährstoffen versorgt werden. Dazu eignen sich am besten Nährstofflösungen aus Volldüngern, die stickstoffarm sind. Beetweise angepflanzte Monatserdbeeren sollte man gleichzeitig mit Bodenbedeckung versehen. Verrotteter Stallmist oder feuchter Torf sind dazu am geeignetesten.

Apfelbäume, die im Vorjahr unter Mehltau gelitten haben, müssen kurz vor dem Aufbrechen der Knospen zusätzlich mit Schwefelpräperaten gespritzt werden. Dabei darf man mit dem Spritzmittel nicht sparen, damit alle Teile des Baumes mit ihm überzogen sind. Die Wirkung der Spritzmittel wird wesentlich verstärkt, wenn man ihnen ein Haftmittel zusetzt. Im übrigen ist auch hier die Vorschrift des Herstellers zu beachten. Soweit Pilzbelag an den Trieben festzustellen ist, müssen sie vor dem Spritzen entfernt werden. Die Schwefelspritzung wirkt gleichzeitig gegen Schorf und Monilia.

Sobald die Knospen der Obstbäume stark schwellen, sollte man auch gegen die Jungraupen der Apfelgespinstmotte noch einmal vorgehen. In dieser Zeit verlassen die Jungraupen ihre Schutzschicht und sind dann am besten zu vernichten.

Zur Zeit der Knospenschwellung schlüpfen aus den überwinterten Eiern die Blattläuse. Darum ist das die beste Gelegenheit, diese Läusegeneration den Garaus zu machen. Sie vermehrt sich nämlich bei warmen Wetter ganz unheimlich schnell.

Als sehr wirksamesMittel gegen die Blutlaus hat sich vielerorts die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) erwiesen. Der Samen der Kapuzinerkresse legt man ab Ende April an den Stämmen der besonders gefährdeten Sorten aus. Dazu eignen sich aber nur rankende Sorten, die man am Stamm hochleitet. Im Bereich der Kressentriebe sollen sich keine Blattläuse ansiedeln. Ein Versuch kann bei allem niedrigen Baumformen (Büsche, Spindeln) empfohlen werden. Zum Bepinseln von Blutlausherden ist Preßsaft der Kapuzinerkresse besonders wirksam.

Die Wellpappgürteln, die im März zum Fangen der Käfer des Apfel - blütenstechers angelegt wurden, sind im April täglich zu überprüfen. Dazu nutzt man am besten die kühlen Morgenstunden, in denen sich die Käfer noch nicht bewegen. Die Gürtel sind immer wieder so zu befestigen, das man sie ohne Erschütterung abnehmen kann. Da die Käfer(Rüsselkäfer) nur etwa 4 mm groß sind, muß man genau achtgeben, das keiner entwischt.

Der etwa 5 mm große Himmberkäfer schadet nicht nur seine Larven in den Früchten, sondern auch durch Anfressen der Knospen. Die Flugzeit des Himmbeerkäfers beginnt in der 2. Aprilhälfte. Wer nur einige Sträucher besitzt, kann den Käfer durch Abklopfen der Ruten fangen. Dazu werden helle Tücher auf den Boden gelegt.

Die Stachelbeerblattwespe legt ihre Eier schon im April an die ersten sich entfaltenden Blättchen ab. Diese erste Generation muß vernichtet werden, sobald die Raupen geschlüpft sind.

Wer gegen die die Pflaumensägewespe wirksam vorgehen will, darf den richtigen Zeitpunkt zum Spritzen nicht verpassen. Dieser Schädling legt seine Eier an die Kelchblätter der Pflaumenblüten ab. Die geschlüpften Larven verursachen das in manchen Jahren massenhafte Abfallen der noch ganz jungen Früchte. Um den vorzubeugen, muß man das Spritzen spätestens 5 Tage nach dem Abfallen der meisten Blütenblätter vornehmen.

Gegen den Himbeer - und Erdbeerblütenstecher darf man nur mit Mitteln vorgehen, die den Bienen nicht schadet. Das Abpflücken der durch den Käfer mit Eiern belegten Blüten ist nur ein Notbehelf. Besser wirkt das Einstäuben der Blütenstände. Das Einstäuben ist mit Abständen von etwa 6 Tagen durchzuführen. Die Zeit ist gekommen, sobald sich die ersten Knospentriebe entwickeln. Nach jedem Regen ist das Einstäuben sofort zu wiederholen.

Blühende Beerensträucher kann man durch Überspannen mit Jute - oder Papiergewebe gegen Nachtfröste schützen. In etwas hoch liegenden und frostgefährdeten Gebieten sollte man dazu in jedem Frühjahr die Vorbereitungen beizeiten treffen. Es genügen leichte Gerüste aus schwachen Latten oder Stangen. Bei Frostgefahr braucht man dann nur das Deckmaterial darüber spannen.

Nadelhölzer ( Koniferen ) sollte man nicht vor Ende April und nur mit festem Erdballen pflanzen. Als Hauptpflanzzeit wird meist der Spätsommer angegeben, doch sind Aprilpflanzungen ebenfalls erfolgreich.

Beim Pflanzen darf die Ballenhülle nicht entfernt werden. Die Koniferen erhalten nach dem Pflanzen eine Bodenbedeckung. Das Pflanzloch wird dem Wurzelballen entsprechend mit reichlichem Durchmesser, aber nicht viel tiefer als erforderlich ausgehoben. Anreichern der Aushuberde mit Torf ist zu empfehlen. Nadelhölzer dürfen nur so tief gepflanzt werden, wie sie vorher gestanden haben. Unter der Pflanze ist die wieder eingefüllte Erde so festzutreten, das sie sich später nicht setzen kann. Der freie Raum um den Ballen wird vorläufig nur bis zur halben Ballenhöhe gefüllt und ebenfalls leicht festgetreten. Erst jetzt wird die Ballenhülle oben geöffnet und nach allen Seiten ausgebreitet. Anschließend füllt man das Pflanzloch völlig und gießt kräftig an. Mit einer etwa 5 cm starken Bodendecke aus nassem Torf wird die Pflanzstelle versehen, was wesentlich zum schnellen Anwachsen beiträgt.

Für Neuanlagen von immergrünen Hecken ist der April der günstigste Monat. Von den Nadelhölzern eignen sich Eibe am besten für den Garten. Schöne Hecken ergeben die immergrünen Arten der Berberitz ( Berberis buxifolia ) und des Ligusters ( Ligustrum vulgare " Atrovirens " und "L. ovalifolium " sowie der Kirschlorbeer ( Prunus laurocerasus ).

Wachholder und Eiben sowie der Kirschlorbeer müssen einen festen Erdballen haben. Bei den übrigen genügt ein gutes Wurzelvermögen. Die Vorbereitung zum Pflanzen sind so zu treffen, wie es im März unter (Zur Neuanlage einer Hecke) angegeben wurde. Die ausgehobene Erde vermischt man mit feuchtem Torf. Außerdem gibt man eine 5 cm starke Torfdecke. Stallmist ist als Bodendecke bei den immer grünen (außer Liguster) nicht geeignet. Die Pflanzenstärke bestimmt den Bedarf an Pflanzen, über den man sich beim Kauf in der Baumschule ebenso unterrichten lassen sollte, wie auch über den nötigen Pflanzschnitt.

Wer die strauchige Potentillen (Fingerkraut) sowie den Kirschlorbeer mit festem Ballen pflanzt, braucht sie nicht zurückschneiden.Das trifft auch auf alle anderen Ballenpflanzen zu, denn es handelt sich dann immer um normal gewachsene Pflanzen. Der eingepackte Ballen entspricht in seiner Größe den oberirdischen Teilen, so das die Pflanzen ohne Rückschnitt sicher anwachsen, wenn sorgfälltig gepflanzt wird ( siehe beim Pflanzen der Nadelhölzer).

Der Sanddorn (Hippophae) setzt nur Früchte an, wenn in der Nähe der weiblichen männlichen Pflanzen stehen. Das muß bei Neuanpflanzungen beachtet werden. Man rechnet 3 bis 6 weibliche auf 1ne männliche Pflanze. Das Geschlecht kann man erst an 3 bis 4 jährigen Pflanzen erkennen. Bei den männlichen stehen die Knospen an den Triebspitzen dichter und sind wesentlich größer als die weiblichen.

Weißdornhecken sollte man nicht im Kleingarten mit Obstbäumen anlegen. Sie sind zwar für den Vogelschutz sehr wichtig, leiden aber unter allen Schädlingen und Krankheiten, die uns auch an unseren Obstbäumen zu schaffen machen.

Der Ginkgobaum (Ginkgo biloba) ziert vor allem durch die eigenartig geformten Blätter, die eine sehr schöne gelbe Herbstfärbung aufweisen. Dieses außergewöhnliches Gehölz eignet sich aber nur für größere Verhältnisse, weil er sehr hoch wird. Da der Ginkgobaum sehr langsam wächst, kann er aber auch im kleinem Garten viele Jahre freude bereiten. An den Boden stellt er keine besonderen Ansprüche. In einzelstellung wirkt er am besten.

Bei den Waldreben (Clematis) ist im April endgültig festzustellen, was im Winter erfroren ist und jetzt abgeschnitten werden muß. In schneearmen Wintern frieren sie manchmal bis zur Erde ab, wenn der Winterschutz nicht genügte. Sie treiben dann von unten wieder aus. Im übrigen schneidet man nur das ab, was trocken geworden ist. Lange gesunde Triebe bindet man möglichst nach unten. Sie entwickeln dann aus den Augen ihrer ganzen Länge neue Triebe.

Waldreben (Clematis) muß man ab Ende April mit festem Topfballen pflanzen. Sie werden recht fest und etwa 5 cm tiefer gepflanzt, als sie vorher gestanden haben. Dabei darf man den Topfballen nicht beschädigen, weil sonst das Ein - und Weiterwachsen leidet. Die Pflanzstellen sind ständig gegen direkte Sonnenbestrahlung zu schützen. Sie werden mit einer etwa 5 cm starken Torfschicht bedeckt. Zur Not kann man Laub oder verrotteten Dünger verwenden. Frischer Stallmist ist ungeeignet. Den unteren Teil der Pflanzen schützt man durch das Vorpflanzen von 30 bis 50 cm hohen Stauden, die die direkte Sonnenbestrahlung verhindern.

Alle Stauden mit Ausnahme der neugepflanzten verlangen im April Nährstoffe, damit sie optimales Wachstum entwickeln können. Dazu verwendet man am besten stickstoffarme Volldünger.Vor dem Düngen sind alle Winterschutz - und alten Pflanzenresten zu entfernen.

Für Neuanlagen von Buschbaumeinfassungen muß der Boden gut vorbereitet werden, damit sich die Pflanzen gleichmäßig entwickeln. Vorallem ist der Boden reichlich mit gut verrottetem Stallmist oder Torf zu versehen. Die jungen Buschbaumpflanzen legt man an einer Schnur entlang so tief in den Boden, das sie nur etwa 6 bis 8 cm über der Erde zu sehen sind. Man muß sie recht fest pflanzen und anschließend stark gießen. Nach dem Angießen sind die Pflanzen auf eine gleiche Höhe zurückzuschneiden. Buschbaumpflanzen werden nicht nach Stückzahl sondern nach dem Meterbedart verkauft.

Ältere Buschbaumeinfassungen, die unregelmäßiges Wachstum zeigen, kann man auch noch im April stark zurückschneiden. Dabei richtet man sich nach den niedrigsten Stellen. Nötigenfalls kann bis auf den Erdboden zurückgeschnitten werden. Sie treiben dann wieder stark aus.

Buschbaumeinfassungen, die Lücken aufweisen, pflanzt man am besten um. Dazu wird alles ausgegraben und der Boden neu vorbereitet ( Siehe oben: für Neuanlagen von Buschbaumeinfassungen), auch das Pflanzen wird so durchgeführt.

Ende April schon verblühte Frühjahrsstauden werden geteilt und neu gepflanzt. Das trifft natürlich nur auf die zu, die schon eine Reihe von Jahren stehen oder von anderen Stauden bedrängt werden. Mit dem Standort muß man sowieso wechseln. Die neue Pflanzstelle wird dabei mit Humusstoffen gut angereichert.

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